Sommer

Geschichte

50 JAHRE LUFTSEILBAHN DALLENWIL-WIRZWELI AG / 2013
…ein Naherholungsgebiet entsteht


Schon in den 1920 er Jahren entdecken Einheimische und Bergfreunde die Alp Wirzweli, das Eggwaldgebiet und den Gummen fürs Skifahren und zum Wandern. Die herrliche Lage dieser Sonnenterrasse, mit ihrem einzigartigen Charme, dazu praktisch steinlos und ein leichtes bis mittelschweres Skigebiet verfehlten ihre Anziehungskraft nicht.

Bei der Gründung des Skiclubs Dallenwil im Jahre 1932 ist als Aufgabe und Zweck in die Statuten aufgenommen worden, „den Sport- und Touristenverkehr in Dallenwil zu fördern und damit unserer Bevölkerung vermehrte Verdienstmöglichkeiten zu schaffen". Trotz der damals noch weitgehend fehlenden Zufahrtsmöglichkeit aufs Wirzweli.

1932 baut der Skiclub Dallenwil das erste Skihaus, dass er später an den Skiclub Stansstad verkaufte. 1936 erstellte Walter Niederberger, Bauer der Alp Wirzweli, eine 4er-Luftseilbahn von Dallenwil (Halteli) nach Wirzweli. 1935/36 wurden durch den Bau des Satusheims (heute Restaurant Arviblick) weitere Weichen gestellt. Die „Naturfreunde-Organisation“ brachte laufend Besucher nach Wirzweli und führte Skikurse durch. Der Skiclub Stans liess sich 1948 in seinem neuen Skihaus Gummenmattli nieder und im gleichen Jahr erstellte Josef Niederberger-Meier von Dallenwil, eine 4er-Luftseilbahn zur Gummenalp und ergänzte diese 1958 mit dem Bau des Skilift Gummen. 1969 baute die Uerte Korporation Dallenwil den Skilift Eggwald.

Auf Grund dieser innovativen Entwicklung wurde die Familie Niederberger vor die Tatsache gestellt, dass das 1936 erstellte 4er-Bähndli zwar den betriebseigenen Anforderungen noch genügt, aber für den aufkommenden Tourismusverkehr bereits zu klein ist. Es entspricht den kantonalen Vorschriften über die Sicherheit von Luftseilbahnen nicht mehr, und muss entweder erneuert oder ersetzt werden. Ein Aus- und Umbau der bestehenden Bahn hätte unverhältnismässig hohe Kosten verursacht und wäre deshalb wirtschaftlich untragbar gewesen. Ebenso hätte die zu niedrige Kapazitätsleistung keinen Sinn gemacht. Walter und Margrit Niederberger entschieden sich, das Konzessionsgesuch an den Bund für eine grössere Bahn einzureichen. Aus einer Notlage ist so Pioniergeist entstanden, der nach Überwindung vieler Hindernisse der beiden Initianten, zur Gründung der Bahngesellschaft Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli AG geführt hat. Den Gesuchstellern war von Anfang an klar, dass ein Bau dieser Luftseilbahn auf privater Basis ihre finanziellen Kräfte übersteigt, weshalb das Konzessionsgesuch zuhanden einer zu gründenden Aktiengesellschaft gestellt wurde. Die Eidgenössische Konzession wurde am 27. März 1962 erteilt. Damit war der Weg für die Verwirklichung eines Projektes in rechtlicher Hinsicht frei. 12 Hektaren Land mussten vom Bergheimwesen, das rund 48 Hektaren umfasste, für die Bauzwecke abgetrennt weden. Dieses Bauland wurde von der Bank gegen hypothekarische Sicherheit bervorschusst, womit dem Initianten-Ehepaar die Möglichkeit geboten war, die Aktienmehrheit zu übernehmen. Am 6. Juli 1963, fand im Restaurant Schlüssel in Dallenwil die Gründungsversammlung der AG statt, wo rund  80 Aktionäre teilnahmen.

Die Maschinenfabrik L.& H. Küpfer, Steffisburg ist mit der Projektierung und Lieferung der Gesamtanlage des seilbahntechnischen Teils beauftragt worden und erstellte eine 25-Personen-Luftseilbahn. Die Baukosten der neuen Anlage beliefen sich auf rund 1.8 Mio. Am 16. Juni 1965 wird die Bahn eröffnet. Ein hartumkämpftes und hartverdientes Werk hatte seine Vollendung gefunden. Rund 5,1 Mio Personen können bis zum 9. März 2003 ohne grosse Unfälle befördert werden. 38 Jahre dient die Anlage Bewohnern, Arbeitern und Gästen als zuverlässiges Verkehrsmittel. Um den immer steigenden, sicherheitstechnischen Vorschriften des Bundesamtes für Verkehr gerecht zu werden, hätten grosse kostenintensive Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten vorgenommen werden müssen.

Die Gesellschaft wird ein weiteres Mal vor eine grosse Entscheidung gestellt. Die Aktionäre und der Verwaltungsrat, unter der Initiative der Hauptaktionärin Margrit Niederberger, glauben an das Gebiet Wirzweli und entscheiden sich für einen grossen Umbau- und Neubau der Bahnanlage für rund 7 Mio. Franken. Die Beförderungskapazität wird ein weiteres Mal gesteigert (verdoppelt), damit die Investition auch wirtschaftlich tragbar und den immer steigenden Gästebedürfnissen auch Folge geleistet werden kann.

Die Firma Doppelmayer, Thun wird mit dem Bau der 2x22-Personen-Gruppenpendelbahn beauftragt. Dieses Bahnprojekt darf sich erste Hochsicherheitsbahn in Europa nennen und wird am 28. Juni 2003 nach nur dreimonatiger Bauphanse eröffnet. Mit einem endlosen gespleissten Zugseil, doppelten Tragseilen und Einsprechanlagen in die Kabinen, Videoüberwachung in den Station, spezielle Vorkehrungen gegen „Entgleisung“ des Zugseiles und einer top aktuellen Seilbahnsteuerung, ist die Sicherheit dieser Anlage sehr hoch. Mit dem Bau der „Zwillingsbahn“ öffnen sich neue Türen für das Unternehmen. Die Frequenzen können kontinuierlich gesteigert werden und der Fahrkomfort ist ebenfalls erheblich verbessert.

Mittlerweile hat sich das Gebiet zu einem schönen Wohngebiet und erlebnisreichem Ausflugsziel entwickelt. Täglich fahren rund 35 Kinder mit der Luftseilbahn nach Dallenwil in die Schule. Jährlich dürfen rund 200‘000 Personenfrequenzen auf der Anlage verzeichnet werden.

Am 21. Juni 2013 wurde die Jubiläums GV gebührend auf dem Wirzweli gefeiert und die Pionierin Margrit Niederberger wurde als Gründerin des Unternehmens geehrt. In einem Zeitungsinterview hat sie einmal gesagt: "….es isch eifach äso cho!"


Drei Talstation-Generationen der Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli

     

1936 1965 2003